
Julian, Fynn und Marlon beobachteten aus der ersten Reihe ...

... wie es am Samstag mit vier Baggern zur Sache ging ...

... um Platz für die neue Wehrheimer Mitte zu schaffen.

Am 10. Mai wurden die letzten Scheunen abgerissen, um der neuen Wehrheimer Mitte Platz zu schaffen.
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Parade der Bagger in der Mitte
Gut möglich, dass die ersten schon vergessen haben, wie es noch vor einigen Wochen in der Wehrheimer Mitte ausgesehen hat – dort, wo der ehemalige HL-Markt das Bild geprägt hatte. Diese Impression gehört seit Anfang April der Vergangenheit an. Denn da hatten die Abrissarbeiten begonnen, um Platz für das Neubauvorhaben im Bereich Hauptstraße/Bahnhofstraße/Dorfborngasse zu machen. Bekanntlich werden dort in den kommenden Monaten etwa 12 Millionen Euro investiert.
Am Samstag stand wieder ein entscheidender Schritt auf dem Bauplan: Die Scheunenzeile fiel den Baggern zum Opfer. Gleich vier Bagger hatte die Baufirma Moses dafür im Einsatz. Das Ergebnis: Nachdem die Arbeiten am frühen Samstagmorgen begonnen hatten, war am Nachmittag alles geschafft. Und das unter den neugierigen Blicken vieler Schaulustiger. Einen Film davon können Sie auf unserer Homepage abrufen. (she)
Schaustelle Baustelle
Was bleibt, ist ein Backstein im Kofferraum von Bürgermeister Gregor Sommer (CDU). Am Samstag um 8.10 Uhr schlug die erste Baggerschaufel gegen die Scheune in der Hauptstraße, und acht Stunden später war alles platt. Nur noch die unzähligen Backsteine, die Eichenbalken und die Heuballen, die der Bagger aus den alten Gemäuern zog, erinnern seitdem an die über 150 Jahre alten Scheunen, die einst das Ortsbild ebenso geprägt hatten wie das Stadttor oder das Rathaus.
Allerdings: Nicht nur der Bürgermeister ließ sich von Abrisschef Harald Moses einen roten Stein durch den Absperrzaun reichen. „Viele Wehrheimer haben sich von mir ein solche Andenken geben lassen“, berichtete Moses. Eine Familie hatte sogar eine ganze Autoladung voll mitgenommen. „Wir möchten einen Grill aus alten Steinen bauen und die sind dazu bestens geeignet“, erklärte der Vater.
Die Schar der Schaulustigen war enorm, und mit dem Auto gab es in der Hauptstraße teilweise kaum noch ein Durchkommen. Eine Würstchenbude, ein Getränkestand oder ein Eisauto hätten am Samstag großen Umsatz machen können. Alle wollten den letzten Blick auf die alten Gemäuer werfen. „Schon in wenigen Wochen wird sich niemand mehr genau erinnern, wie es ausgesehen hat“, vermutete ein Passant. Deshalb hatten sie alle ihre Kameras gezückt, um festzuhalten, wie die drei Bagger Stein um Stein, Balken um Balken aus dem Gemäuer zogen, wie mit großen Getöse der Dachstuhl der zweiten Scheune in Staub und Schutt zerfiel.
Trotz der Strahlrohre, die die Bauarbeiter in die Abbruchstelle hielten, erinnerte die Staubwolke einen Anwohner an eine Riesenexplosion. Auch das Brautpaar, das im Cabrio die Hauptstraße in Richtung Kirche entlangfuhr, bekam eine Portion Staub ab.
Ganz nah am Geschehen waren auch die Kleinen: Linda, Julian, Fynn, Marlon und Mara hatten sich ihre Kinderstühlchen von zu Hause mitgebracht und beobachteten fasziniert, wie die Baggerschaufel, einer Pinzette gleich, einen Eichenbalken aus dem Dachstuhl holte und wie eine andere Schaufel die Backsteinwand zum Einsturz brachte.
Harald Moses, der den ganzen Tag über an Ort und Stelle die Arbeiten verfolgte, war am Ende ebenso zufrieden wie Bürgermeister Sommer. Diese Woche sollen die Steine geschreddert werden, und dann fallen auch noch das letzte, kleine Haus und die Kfz-Werkstatt. Das freie Areal, das jetzt den Blick von den Häusern in der Straße „Zum Stadttor“ bis zum Feldberg frei gibt, hat eine Größe von fast 5000 Quadratmetern, und viele der Schaulustigen warten gespannt, aber auch mit einem Teil Skepsis darauf, wie es hier in zwei Jahren aussehen wird. (mai)
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Usinger Neuen Presse / Taunus Zeitung, Tageszeitung für den Hochtaunuskreis
